Hänsel und Gretel

Märchenoper von Engelbert Humperdinck

„Mit Hänsel und Gretel geht’s mir fast so, wie Dir mit dem Brautstand. Je länger es damit dauert, um so verzagter werde ich.“ Ursprünglich eine Geburtstagsüberraschung in Liedern für Hermann Wette, den Ehemann von Humperdincks Schwester Adelheid, nahm „Hänsel und Gretel“ einen schwierigen Weg über die Form des Singspiels zur durchkomponierten Oper. Auch die Verbindung Wagnerscher Ideen mit volkstümlich-kindlicher Melodik brachte ihre Schwierigkeiten mit sich. Ebenso die geplante Uraufführung in München, die sich wegen Erkrankungen der Sänger verschob, so dass die Weimarer Aufführung am 23. Dezember 1893 unter Richard Strauss zur Premiere wurde. Von da an war der Oper jedoch ihr Siegeszug gewiss; Strauss nannte sie ein „Meisterwerk erster Güte“. Das bekannte Märchen der Brüder Grimm, erweitert durch Motive Ludwig Bechsteins und bekannte Kinderlieder, erhält durch Humperdincks motivisch und kontrapunktisch dichte Musik eine besondere Atmosphäre und psychologische Tiefe. Seine „köstlich naiven“ Melodien lassen die Grenzen zwischen Volkston und Komposition verschwimmen und auch dort, wo große kompositorische Kunstfertigkeit am Werke ist, bleibt die Oper eingängig, humorvoll und originell.

Sandmännchen/Taumännchen: Elena Patsalidou
Gretel im Traum: Martina Morasso

Kinderchor
Statisterie

Der Applaus war lang und herzlich – für eine Inszenierung die emotional bewegend und durchweg glaubwürdig gespielt und gesungen war, mit einer ebenso fesselnden wie farbenreich überzeugenden Orchesterleistung. (Freie Presse 09.12.2013)

Das Geschwisterpaar wird von Barbora Fritscher und Uta Simone gespielt. Sie agieren mit so viel Eifer und ansteckender Energie, dass der Funke nicht nur auf die Kinder überspringt. Tilo Staudte hat ein praktikables und auf Wichtiges reduziertes Bühnenbild geschaffen. Zwei Bühnenschrägen verwandeln sich durch Licht und durch den großen, unterschiedlich gestalteten Horizont in Spielräume. Unglaublich, wie so ein "Wald" auf der Bühne entsteht, ein vogeldurchzwitscherter Sommerwald ebenso wie ein gefährlicher Märchenwald bei Nacht. Als Hexenküche brodelt die ganze Bühne, gerade noch Kinderzimmer, die Hexe schuftet mit der Kohlenschaufel und wird schließlich von der rotflammenden Versenkung verschluckt. Zur stimmungsvollen Atmosphäre trug auch die Mittelsächsischen Philharmonie bei, die unter ihrem Chef Raoul Grüneis farbenprächtig, von schlicht bis gewaltig musizierte. ... Da steht ambitionierte, aktuelle und zugespitzte Gesellschaftskritik auf der Bühne. (Sächsische Zeitung 9.12.2013)

Da ist eine Inszenierung gelungen, die lässt viel Raum für den sanften Märchentraum, die bittere Wahrheit dahinter kann man spüren, die Freude, dass es noch mal gut ausgegangen ist, den leichten Zweifel daran aber auch. (Dresdner Neueste Nachrichten 17.12.2013)

Miriam Alexandra (Gretel) und Barbora Fritscher (Hänsel) zuzuschauen, ist eitel Freude: Wie die beiden miteinander spielen, wie sie ängstlich durch den Wald laufen oder auch nur neugierig das Knusperhäuschen beschnuppern – all das verrät durchweg, wie intensiv Ralf-Peter Schulze hier an der Personenregie arbeitete. (Döbelner Allgemeine Zeitung 20.01.2014)