Gräfin Mariza

Emmerich Kálmán

Die reiche und schöne Gräfin Mariza wird so von Verehrern umschwärmt, dass ihr nur ein Ausweg einfällt: Per Zeitungsanzeige gibt sie ihre Verlobung bekannt und flieht aus Wien auf ihr Schloss auf dem Balkan. Und da sie eine Operettenfreundin ist, findet sie den Namen des fiktiven Bräutigams in Johann Strauß’ „Zigeunerbaron“: Kálmán Zsupán. Dann allerdings taucht ein Mann dieses Namens leibhaftig auf und fordert seine Rechte. Die Gräfin findet jedoch ihren neuen Gutsverwalter viel interessanter – nicht ahnend, dass es sich um einen verarmten Grafen handelt, der unter falschem Namen die Aussteuer für seine Schwester verdienen will, die von dem wirtschaftlichen Niedergang der Familie natürlich keinesfalls etwas wissen darf. Jede Menge Gelegenheit für K.-u.-k.-Charme, balkanisches Temperament und Wien-Nostalgie, sehnsuchtsvolle Liebeslieder und feurige Zigeunerweisen: in der Operette „Gräfin Mariza“, mit der Emmerich Kálmán 1924 an den Erfolg der zehn Jahre älteren „Csárdásfürstin“ anknüpfen konnte. Und die Theaterbesucher finden hier genau so ihr Glück wie die Figuren auf der Bühne.

Jürgen Petereit (Karl Stephan Liebenberg / Penicek, Bozenas Kammerdiener)
Ulrich Sattler (Tschekko, ein alter Diener Marizas)

Es ist das faszinierende an diesem Theater: Das gesamte Ensemble, ob große Rolle oder kleiner Auftritt, ob Solisten, Chor oder Orchester, ist mit Engagement und rückhaltlos dabei. So schaffen sie eine Aufführung, die musikalisch Besonderes bringt und aufhorchen lässt. [...] All das wird mit bezaubernder Theaterbegeisterung über die Rampe gebracht. Begeisterter Applaus und Bravorufe zur Premiere. (Sächsische Zeitung 04.11.13)

Dem Mittelsächsischen Theater ist es gelungen, die seltsame Ambivalenz der 1924 uraufgeführten Operette „Gräfin Mariza“ genau ausbalanciert zu inszenieren: die brutale Arroganz von Geld und Geburt einerseits und andererseits die verspielten Witzeleien dessen, was man sich gemeinhin unter Operette vorstellt. Die Inszenierung vertraut den Sängern und Musikern, das zu transportieren, und dem Publikum, selbständig zu denken. (Freie Presse 05.11.13)