Frau Müller muss weg

Komödie von Lutz Hübner

Muss Sie weg? Nicht? Wird sie einem gnadenlosen Karrierewillen liebender Eltern ganz im Sinne der Kleinen geopfert? Wohin sich eine Gesellschaft entwickelt, deren konsensgeprüfter Maßstab für die Zukunftsgestaltung der richtige Notendurchschnitt ist, enthüllt Lutz Hübners Schauspiel: Die besorgte Elternschaft der Klasse 4 b hat die Klassenlehrerin Frau Müller um einen Termin gebeten. Elternabende können zum Schlachtfeld werden und Eltern durchaus zu Hyänen, wenn es um das Wohl und Wehe des eigenen Kindes geht. Und offenbar gibt es Probleme: Die Kleinen stehen an einem entscheidenden Punkt ihrer schulischen Karriere, am Ende des Schuljahres wird sich zeigen, wer den Sprung ins Gymnasium schafft und wer nicht. Und so sitzen fünf Erwachsene auf Kinderstühlchen, entschlossen zu allem. Und werden an diesem Elternabend nicht nur um ihre Kinder kämpfen, sondern auch für sich selbst. Man ist sich einig geworden: Frau Müller muss weg!
Lutz Hübners Gegenwartsstück bewegt sich heiter-satirisch im hochaktuellen Spannungsfeld der „Bildungskrise“, verblüffend realistisch und entlarvend komisch zugleich.

Im Spielplan seit 10.11.2012

Lutz Hübner hat eine wunderbar leichte, aber nicht flache, an Zwischentönen reiche, aktuelle Komödie darüber geschrieben, dass bei Kindern und in der Schule der Spaß aufhört – kein Wunder, dass er der am meisten gespielte lebende deutsche Autor ist – ... das Stück in der Inszenierung von Annett Wöhlert und der liebevollen Ausstattung zwischen Waldorf- Schule und unsanierter Turnhalle von Hans Ellerfeld leidenschaftlich, spielfreudig und temporeich umgesetzt ... Das ist zeitgenössisches Gebrauchstheater erster Güte. Es kümmert sich nicht um den (ohnehin ungewissen) Nachruhm, sondern mischt sich frisch, unfromm, fröhlich und frei in aktuelle Diskussionen ein – diese Art von Schauspiel gibt dem Theater eine Bedeutung, die über die reine Unterhaltung hinaus geht – obwohl es auch allerbeste Unterhaltung ist. (Freie Presse, 14.11.12)

Die deutsch-deutsche Alltagskomödie ist ein unterhaltsames Stück über Elternangst, Werteverlust und Ehekrise. (Döbelner Anzeiger, 12.11.12)

Da steht plötzlich die Realität des Jahres 2012 in der östlichen Bildungsrepublik Deutschland zur Debatte – ungeschönt und pointensicher. Ein ebenso bedenkenswertes wie vergnügliches Theaterereignis... Sechs Leute wie von der Straße geholt – ein Stück Leben mit Kunstverstand auf der Bühne gespiegelt. (Döbelner Allgemeine Zeitung, 12.11.12)