Fräulein Smillas Gespür für Schnee

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Peter Høeg, Bearbeitung von Kerstin Krefft und Andreas Harwath

Der sechsjährige Jesaja stürzt vom Dach eines Kopenhagener Wohnhauses: Laut Polizeibericht ein Unfall. Doch für Smilla Jaspersen, die mit dem kleinen Inuit-Jungen befreundet war, deuten die Spuren im Schnee auf einen Mord hin. Die Wissenschaftlerin begibt sich auf die Suche nach dem Täter und gerät zunehmend selbst in die Schusslinie ihrer geheimnisvollen Gegner. Die Spur führt Smilla in das ewige Eis Grönlands, zu mysteriösen Expeditionen und einem geheimnisvollen Meteoriten. Sie kommt einem Rätsel aus längst vergangenen Zeiten auf die Spur – und die Wahrheit ist so unglaublich wie schrecklich. Peter Høegs Weltbestseller ist ein spannender Wissenschaftskrimi, eine Spurensuche nach kultureller Identität und Heimat. Steht die Forschung im Dienst der Menschheit? Oder wird hier der Mensch zum Experimentierfeld der Wissenschaft? Wir laden Sie ein, mit uns über diese spannenden Fragen nachzudenken – in einer Region, die sich um Forschung und Wissenschaft als Zukunftsthemen sorgt.

Im Spielplan seit 06.10.2012

Video: Kalinka Gieseler

Regisseur Frank Voigtmann hat das ganze Spiel auf die Offenlegung dieses Charakters reduziert, auf die noch immer vorhandene Möglichkeit des mutigen individuellen Widerstehens gegen die Vernichtung unserer Lebensbedingungen. Smilla ist auf sich allein gestellt, alle in ihrer Umgebung sind mit dem Unermesslichen arrangiert, finden sich zumindest damit ab, oder sie sind daran schon zerbrochen. Franka Anne Kahl in dieser Rolle hat nichts einzusetzen als die Kraft ihrer Gedanken, die ihr Handeln bestärkt. Das ist eine sehr überzeugende Darstellung, die die Zuschauer berührt – im Wort wie im Spiel. Frank Voigtmann lässt in hohem Tempo spielen, beinahe atemlos hält er den Zuschauer dicht am Vorgang. Das erfordert auch von den Partnern ein Höchstmaß an Schauspielkunst: Conny Grotsch, Andreas Kuznick und Martin Ennulat spielen jeweils mehrere Rollen, in die sie sich – manchmal augenblicklich – verwandeln müssen. Die Ausstattung von Hannah Hamburger gibt ihnen das Nötigste zur Hand. Dies ist ... sinnliches Theater... (Freie Presse, 08.10.2012)