Der Selbstmörder

Satirische Komödie von Nikolai Erdman

Es geht um die Wurst. Um die Leberwurst, mitten in der Nacht. Der Bürger Semjon Podsekalnikow hat es satt. Arbeitslos liegt er seiner Frau auf der Tasche, und überhaupt passt ihm das ganze Leben nicht mehr. Im Angesicht der Leberwurst und eines deftiges Streites muss er erleben, wie seine ihn liebende Gattin und seine Schwiegermama sein baldiges Ableben hervorfürchten. „Das können sie haben“, trotzt Semjon, besorgt sich einen Revolver und schreibt einen Brief: „Wegen meines Todes bitte ich niemanden zu beschuldigen.“ So will das nun aber seinen Mitbürgern gar nicht gefallen. Wenn sich Semjon schon umbringt, dann sollte er es wenigstens um einer Sache willen tun – für die Intellektuellen oder die Fleischer, für die Kirche oder für die Liebe, für die Kunst oder die Romantik. Nach seinem baldigen Ableben zum Held aufzusteigen – die Aussicht schmeichelt Semjon. Nun muss er es nur noch tun. Doch da liegt das Problem, und die Zeit drängt, die ersten Kränze treffen schon ein, der Sarg ist auch schon bereit, doch Semjon noch am Leben. Er hat ernste Zweifel, denn: Was kommt danach? Gibt es ein Leben nach dem Tod, ja oder nein? Nikolai Erdman (1902-1970) schrieb seinen „Selbstmörder“ 1928, die Erstaufführung war von Theaterregisseur Stanislawski für Dezember 1931 geplant. Am Tag der Generalprobe wurde das Stück verboten. Die Uraufführung kam erst 40 Jahre später im schwedischen Göteborg zustande, auf deutsch wurde es erstmals 1970 in Zürich gespielt. Erdmans „Selbstmörder“ ist ein Stück voller schwarzer Späße, satirischer, bissiger Pointen und anarchischem Witz. Von Stanislawski wird erzählt, dass er eine Probe des „Selbstmörders“ wegen eines Lachkrampfes abbrechen musste.

Premiere: 15.02.2014 Freiberg 08.03.2014 Döbeln